Archive for the ‘News’ Category

Papaver somniferum (Opium poppy)
Opium (Bild: Feargal)

Ein vor kurzem erschienener Bericht des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) zeigt einen gewaltigen Anstieg des Wertes von in Afghanistan produziertem Opium. Die Einnahmen durch die afghanische Opiumproduktion beliefen sich 2011 demnach auf 1,4 Milliarden US-Dollar, was in etwa 1,1 Milliarden Euro entspricht und neun Prozent des Bruttoinlandsproduktes Afghanistans ausmacht. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr beläuft sich auf 133 Prozent. Der Exportwert lag sogar bei 2,4 Milliarden US-Dollar (in etwa 15 Prozent des BIP). Auch die Menge des produzierten Opiums ist rasant gestiegen. So wurden laut UN-Bericht ca. 3600 Tonnen des Rauschmittels produziert, 2011 schon 5800 Tonnen, ein Anstieg von 61 Prozent.

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Während Präsident Karzai diese Woche in Bonn weilte und an einer internationalen Konferenz zur Lage in der Region teilnahm, verschlechtert sich die Stimmung merklich hier in Kabul. Besonders bei den Mitarbeitern der vielen Hilfsorganisationen, die vor Ort so ausgezeichnete Arbeit leisten, befindet sie sich auf einem Tiefpunkt. Grund für den Pessimismus sind Ängste über die Zukunft des Landes angesichts des drohenden Abzugs der NATO-Truppen in wenigen Jahren.

Zwar sagten die USA in Bonn erneut finanzielle Unterstützung zu und auch Deutschland erneuerte sein Versprechen, Afghanistan nicht sich selbst zu überlassen. Dennoch ist angesichts der sich ausweitenden Wirtschaftskrise in Europa und der angespannten Wirtschaftslage in den USA die Angst groß, dass weitere Einschnitte bei Finanzhilfen mit dem Abzug der Truppen einhergehen könnten.

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Nachdem Präsident Hamid Karzai am Donnerstag Noorullah Delawari als neuen Chef der in Schwierigkeiten geratenen afghanischen Zentralbank nominiert hatte, bestätigte das afghanische Parlament die Wahl Karzais heute. Erste Aufgabe des neuen Chefs dürfte es sein, den jüngsten Skandal der Kabul Bank aufzuarbeiten. Dort hatte es massive Fälle von Veruntreuung und Missmanagement gegeben. Eine schwere Hypothek für den neuen Mann.

Delawari hat eine exklusive Karriere hinter sich und verfügt über große Erfahrung. 1967 verließ er das Land und studierte in England und an der Universität Kalifornien in Los Angeles. Als in Afghanistan das politische Chaos ausbrach und wenig später die Russen einmarschierten, entschied sich Delawari, in den USA zu bleiben. Er arbeitete für mehrere Banken in Kalifornien und kehrte erst 2002, nach der amerikanischen Invasion, nach Afghanistan zurück. Read the rest of this entry »

Wenn es in den letzten Jahren eine Branche in Kabul gab, die keinen Grund hatte zu klagen, so waren das die Immobilienmakler. Ganz richtig. Die Immobilienmakler. Entwicklungshilfe, Aufbauzahlungen und die Rückkehr von tausenden Emigranten machten den Kabuler Immobilienmarkt zu einer Success Story ohne gleichen in einer Stadt, die nach wie vor mit der Normalität kämpft. Doch jetzt droht diese kleine Insel des Erfolgs unterzugehen. Denn in Kabul hat sich eine Spekulationsblase gebildet, ganz ähnlich derjenigen, die vor einigen Jahren in den USA geplatzt ist.

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Der Darul-Aman-Palast in Kabul

Es war einer der schlimmsten Anschläge auf Nato-Truppen seit beginn des Engagements im Jahr 2001 und ein weiterer Beleg dafür, dass die schlechten Nachrichten aus Kabul einfach nicht abreißen wollen: 17 Menschen starben am Samstag, als ein Geländewagen in eine gesicherte Militärkolonne fuhr und dann explodierte. Am schwersten getroffen wurde dabei ein Bus mit zivilen Vertragsarbeitern. Unter den Toten sind aber auch Soldaten der internationalen Schutztruppe ISAF sowie drei Zivilisten. Noch ist nicht eindeutig geklärt, welche Nationalität die getöteten Soldaten hatten, das amerikanische Innenministerium geht aber davon aus, dass es sich fast ausschließlich um US-Amerikaner handelt. Read the rest of this entry »

Nachdem ein Besuch im September aus sicherheitstechnischen Gründen platzte, holte Bundespräsident Christian Wulff an diesem Wochenende seinen Besuch in Kabul nach. Während seines kurzen Aufenthaltes traf sich Wulff mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karzai und besprach eine bevorstehende Konferenz zum Thema Afghanistan in Bonn Anfang Dezember. Er versicherte Karzai zudem, dass Deutschland Afghanistan ein treuer Freund bleiben werde – auch nach 2014, wenn die deutschen Truppen mitsamt des restlichen Nato-Kontingents vorerst abgezogen werden. Karzai äußerte seinerseits die Hoffnung, dass die Konferenz im Dezember ein Meilenstein für die Sicherung des Friedens sein werde. Auch ein Besuch bei afghanischen Menschenrechtsaktivisten stand auf dem Programm.

Den Besuch Wulffs nahmen zahlreiche deutschen Medien zum Anlass, ihre Zweifel an der gegenwärtigen Außenpolitik der Koalition zu erneuern. So kritisierte beispielsweise die Mitteldeutsche Zeitung, dass die Bundesregierung Schönfärberei betreibe und von den echten Problemen ablenke: “Die Wahrheit ist,” Read the rest of this entry »

Nur drei Wochen nach dem Tod der beiden Entwicklungshelfer in den Bergen der östlichen Provinz Parwan, erreicht uns jetzt schon die nächste Horrornachricht: Wie das Außenministerium bestätigte, starb in der westlichen Provinz Ghor ein deutscher Tourist, nachdem er und seine Begleiter in einem Fahrzeug von zwei Unbekannten auf einem Motorrad angegriffen wurden. Wie auch bei dem Angriff von vor drei Wochen handelt es sich bei Ghor um eine Gegend, die als relativ sicher gilt. Italien hat hier die Führung der internationalen Truppen, während die Bundeswehr für den nördlichen Teil des Landes zuständig ist.

Der Vorfall soll sich Behörden zufolge am Samstagnachmittag im Bezirk Dawlatjar ereignet haben. Der Gouverneur der Region sagte der Presse, dass der deutsche Tourist, ein 57-jähriger aus Baden-Württemberg, per Geländefahrzeug in einem Waldgebiet unterwegs gewesen sei. Read the rest of this entry »

Leider haben sich die schlimmsten Befürchtungen bestätigt: Die beiden Deutschen, die vor gut vier Wochen beim Wandern verschwanden, sind tot aufgefunden worden. Sher Ahmad Maladani, Polizeichef der östlichen Provinz Parwan, sagte, dass ein Rettungsteam am späten Nachmittag des 4. September zwei Leichen gefunden habe. Das Rettungsteam habe vier Stunden benötigt, um die Leichen zu Fuß von der Hauptstraße zu erreichen. Maladani sagte ausserdem , dass beide Männer Schusswunden in der Brust hatten, dass aber nicht abschließend geklärt sei, wann sie gestorben sind. Man habe das Innenministerium und die  deutsche Armee um Hubschrauber gebeten, so Maladani, um die Leichen bergen zu können. Bis gestern war allerdings noch nicht klar, ob es sich tatsächlich, um die beiden Vermissten handelte.

Laut eines Berichtes der Agende France Press hätten in den vergangen Tagen deutsche Vertreter die Leichen in Augenschein genommen, und man müsse „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ davon ausgehen, dass es sich um die beiden Vermissten handele. Das betätigte auch Aussenminister Guido Westerwelle. Zwar steht die endgültige Identifizierung noch aus, Westerwelle sprach den Angehörigen aber bereits sein Mitgefühl aus.  Read the rest of this entry »

Die Befürchtungen verstärken sich, dass die beiden Deutschen, die seit Freitag in den schneebedeckten Bergen des Salang-Passes im Norden von Kabuls vermisst werden, entführt wurden. Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle bestätigte gegenüber Medienvertretern das Verschwinden der beiden deutschen Staatsangehörigen, machte keine Angaben zur Identität der beiden. Dagegen berichtete die Sächsische Zeitung, dass es sich bei einem der beiden Vermissten um einen 69-jährigen Meißener handelt. Westerwelle betonte, dass es eine intensive Suche nach den Vermissten bereits im Gange sei. Man bemühe sich momentan, herauszufinden, ob es sich tatsächlich um einen Fall von Entführung handele.

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Selbstmordattentäter haben gestern die Gebäude des British Council, einer gemeinnützigen, kulturellen Einrichtung zur Förderung der internationalen Beziehungen, in Kabul angegriffen und dabei mindestens zwölf Menschen getötet, darunter einen neuseeländischen Soldaten. Den Angreifern gelang es, sich in die Büros des Kulturvereins zu schießen und in einem anschließenden, heftigen Scharmützel insgesamt fast neun Stunden zu bestehen. Der Tag hatte symbolische Bedeutung, da die Afghanen am 19.8. seit 1919 die Unabhängigkeit von der britischen  Kolonialherrschaft begehen.

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Kabul Weather
Kabul.Diplo
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